Restaurant-Website erstellen: kompletter Guide für Gastronomen (2026)

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Simon

13. Mai 2026

9 Min. Lesezeit

Eine gute Restaurant-Website kann mehr Reservierungen bringen als eine Anzeige im Lokalblatt, mehr Anfragen als der teuerste Foodfotograf und mehr Gäste als der dritte Mitarbeiter im Service. Wenn sie richtig gebaut ist.

Wenn nicht, ist sie ein PDF-Speisekarten-Archiv aus dem Jahr 2022, das nur Ihr Cousin pflegen kann und das niemand auf dem Handy bedienen will.

Dieser Guide zeigt Ihnen Schritt für Schritt, was eine Restaurant-Website 2026 wirklich leisten muss, welche Funktionen Pflicht sind, welche optional, was Sie selbst pflegen können sollten und mit welchen Kosten Sie realistisch rechnen müssen. Geschrieben von einem Webentwickler aus Niederbayern, der für Restaurants, Cafés und Imbisse aus der Region baut.

In Kürze

Eine moderne Restaurant-Website hat fünf Pflicht-Funktionen: Speisekarte selbst pflegbar, Online-Tischreservierung, lokales Google-Ranking, einwandfreie Mobile-Bedienung und schnelle Ladezeit. Optional kommt ein eigenes Bestellsystem dazu, das Lieferando-Provisionen spart. Realistische Kosten liegen zwischen 2.000 und 8.000 Euro für eine maßgeschneiderte Lösung, je nach Funktionsumfang. Lesen Sie weiter, wenn Sie das Geld einmal investieren und dann jahrelang Ruhe haben wollen.


Was eine Restaurant-Website 2026 wirklich leisten muss

Bevor wir über Tools, CMS und Hosting reden: Klären wir, wofür Sie diese Website eigentlich brauchen. Eine Restaurant-Website ist kein digitaler Flyer. Sie ist ein 24-Stunden-Reservierungssystem, ein lokales Marketing-Werkzeug und ein Vertriebskanal in einem.

Die häufigsten Aufgaben, die eine gute Restaurant-Website übernehmen muss:

  • Gäste informieren über Speisekarte, Öffnungszeiten und Anfahrt
  • Tischreservierungen entgegennehmen, auch nach Feierabend
  • Im lokalen Google-Umfeld sichtbar sein, wenn jemand nach „italienisch in Passau" sucht
  • Auf dem Handy genauso gut funktionieren wie am Desktop
  • Optional Online-Bestellungen abwickeln, ohne 30 Prozent Provision an Lieferando abzugeben

Wenn Sie schon eine Website haben, prüfen Sie kurz: Erfüllt sie diese fünf Punkte? Wenn drei oder mehr „nein" sind, ist ein Relaunch nicht Luxus, sondern überfällig.


1. Speisekarte selbst pflegen können

Die Speisekarte ist der mit Abstand wichtigste Inhalt auf einer Restaurant-Website. Mehr als 70 Prozent aller Besucher klicken sie an. Trotzdem ist sie bei den meisten Restaurants ein verkrustetes PDF von vor zwei Jahren, das niemand mehr ändert, weil der ursprüngliche Webentwickler nicht mehr antwortet.

Das ist nicht nur unschön für den Gast, sondern ein echtes Geschäftsproblem. Wer abends mit Familie ein Restaurant sucht und auf der Website nur eine PDF mit 2022er Preisen findet, klickt weg.

Was eine moderne Speisekarte können muss

  • Sie selbst können Gerichte und Preise ändern, ohne irgendwen anrufen zu müssen
  • Allergene und Zusatzstoffe sind pro Gericht hinterlegt, rechtssicher und immer aktuell
  • Tagesgerichte können Sie hervorheben, saisonale Karten zeitgesteuert ein- und ausblenden
  • Optional pro Gericht ein Foto, automatisch für Web komprimiert
  • Mehrsprachig pflegbar, wichtig für Tourismusregionen

Wir nutzen für unsere Restaurant-Projekte Payload CMS, weil Inhaber damit ohne Schulung in zwei Klicks Tagespreise ändern können. Was vorher ein Tagesprojekt war, wird zur Minutenaufgabe. Wenn Sie tiefer eintauchen wollen, wie das in der Praxis aussieht:

Digitale Speisekarte erstellen: vom PDF zur tagesaktuellen Karte

Wie Sie Ihre Speisekarte digital aufbauen und selbst pflegen, mit Allergenen und Tagesgerichten.

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2. Tischreservierung online integrieren

Viele Tischreservierungen entstehen außerhalb Ihrer Öffnungszeit. Wer um 21:30 Uhr für Freitag einen Tisch sucht, ruft nicht an. Er googelt, klickt, bucht. Bei dem, der das online anbietet. Sonst beim Nachbarn.

Sie haben grob drei Optionen:

  • Quandoo, OpenTable oder resmio als Drittanbieter einbinden — fertig in einer Stunde, monatliche Gebühr ab etwa 30 Euro
  • Ein eigenes Formular auf Ihrer Website, das Anfragen per E-Mail an die Küche schickt — keine laufenden Kosten, etwas mehr Aufwand bei der Einrichtung
  • Beides kombinieren — Drittanbieter für die Auslastungsplanung, eigenes Formular für direkte Anfragen

Für Restaurants mit unter 40 Plätzen oder einfacher Tischstruktur reicht oft ein eigenes Formular. Sobald Sie mehrere Räume, komplexe Schichten oder eine Anbindung an Ihre Kasse brauchen, lohnt sich ein Drittanbieter.

Was unabhängig vom System wichtig ist

  • Mobile optimiert — 80 Prozent der Online-Reservierungen kommen vom Handy
  • DSGVO-konform mit klarer Einwilligung
  • Automatische Bestätigungs-E-Mail an Gast und Küche
  • Sperrtage, Mittagspause und ausgebuchte Stunden steuerbar
  • Bei Drittanbietern: Server in der EU, deutsche Sprache, deutsche Verträge

Online-Reservierungssystem für Restaurants: Eigenes Formular oder Drittanbieter?

Vergleich Quandoo, OpenTable, resmio und Custom-Formular — was passt zu Ihrem Betrieb.

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3. Lokal bei Google sichtbar werden

Wenn jemand „italienisch in Ihrer Stadt" googelt, hat Google drei Stellen, an denen Sie auftauchen können: die klassischen Suchergebnisse, die Google-Maps-Karten-Box (Local Pack) und die Restaurant-Direktbox. Wer dort nicht erscheint, existiert für lokale Sucher faktisch nicht.

Drei Hebel für lokale Sichtbarkeit

  • Ein gut gepflegtes Google-Business-Profil mit aktuellen Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen
  • Strukturierte Daten auf der Website — Schema.org-Markup für Restaurant, Menu und LocalBusiness
  • Lokale Keywords im Seitentitel, in Überschriften und in der Adresszeile (Name, Adresse, Telefon — konsistent überall)

Was viele unterschätzen: Ein vollständig ausgefülltes Google-Business-Profil bringt oft mehr als die gesamte SEO-Arbeit auf der Website. Das ist innerhalb einer Stunde aufgesetzt und kostet null.

Google-Business-Profil für Gastronomen richtig einrichten

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4. Mobile zuerst, immer

Acht von zehn Restaurant-Besuchern öffnen Ihre Website auf dem Handy. Trotzdem werden viele Restaurant-Websites noch am Desktop entworfen und Mobile als nachträgliche Anpassung behandelt. Das fühlt sich für den Gast genauso an: nachträglich.

Was Mobile-First bedeutet

  • Erst der Mobile-Entwurf, dann die Desktop-Anpassung — nicht umgekehrt
  • Speisekarte als HTML-Liste, nicht als PDF, das niemand auf dem Handy zoomen will
  • Telefonnummern, die per Tap angerufen werden können
  • Adressen, die per Tap in Google Maps öffnen
  • Ladezeit unter zwei Sekunden, auch im Funkloch

Ein einfacher Test: Öffnen Sie Ihre aktuelle Website auf dem Handy, beim Bahnhof oder im Auto bei mittelmäßigem Empfang. Wie lange bis zur Speisekarte? Wenn es länger als drei Sekunden dauert, hat Ihre Konkurrenz im Nachbarort bereits eine Reservierung.


5. Optional: Eigenes Bestellsystem

Lieferando und Co. nehmen Ihnen je nach Tarif 13 bis 30 Prozent Provision. Pro Bestellung. Bei einer typischen Familienpizza-Order von 80 Euro sind das schnell 20 Euro, die Sie nicht sehen. Wenn Bestellungen ein wesentlicher Teil Ihres Umsatzes sind, lohnt sich ein eigenes System direkt auf Ihrer Website.

Wann sich ein eigenes Bestellsystem lohnt

  • Sie machen mehr als 100 Online-Bestellungen pro Monat
  • Sie zahlen aktuell hohe Lieferando- oder ähnliche Provisionen
  • Sie wollen die Kundendaten selbst behalten und nicht an Drittanbieter abgeben
  • Sie können selbst oder mit eigenem Fahrer ausliefern, oder haben Abholung als Hauptkanal

Wann es nicht lohnt:

  • Bestellungen sind ein Nebengeschäft, nicht der Hauptumsatz
  • Sie sind in einer Stadt, in der Lieferando die Hauptnachfrage bündelt — dann kann es sinnvoller sein, dort präsent zu sein
  • Sie wollen keine eigene Logistik aufbauen und auch keine Stripe-Bezahlung integrieren

Ein eigenes Bestellsystem ist Teil unseres Komplett-Pakets ab 5.000 Euro netto. Es wird nahtlos in die Restaurant-Website integriert, Bestellungen gehen direkt in die Küche per E-Mail oder Bestelldrucker, bezahlt wird mit Stripe.

Lieferando-Alternative: Eigenes Bestellsystem für Restaurants

So bauen Sie einen Bestellkanal ohne Provisionen, mit eigener Lieferung oder Abholung.

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Welche Technik passt zu welcher Restaurant-Größe

Es gibt grob drei Wege, eine Restaurant-Website zu bauen. Hier eine ehrliche Einordnung, welche Technik zu welcher Betriebsgröße passt.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

  • Baukasten (Wix, Jimdo): Schnell aufgesetzt, monatliche Gebühr ab 12 Euro, viele Templates, eingeschränkte Anpassbarkeit, schwächere Mobile-Performance.
  • WordPress mit Plugins: Sehr flexibel, riesige Plugin-Auswahl, aber Sicherheitslücken-anfällig, regelmäßige Updates nötig, oft langsam.
  • Maßgeschneidert mit Next.js und Payload CMS: Schnell, sicher, langlebig, eigenes CMS für einfache Pflege, höhere Einstiegskosten aber kaum laufende Kosten.

Eine pragmatische Empfehlung:

  • Imbiss oder Café mit unter 30 Plätzen, einfache Speisekarte: Baukasten reicht. Wix oder Jimdo, monatliche Gebühr, in einem Tag online.
  • Klassisches Restaurant mit Reservierungsbedarf, lokal sichtbar werden wollen: maßgeschneidert mit Custom-CMS. Höhere Einstiegskosten, dafür jahrelang Ruhe und volle Kontrolle.
  • Restaurant-Kette oder Standort mit Lieferservice: maßgeschneidert mit Bestellsystem-Integration, eigene Lieferlogistik, Anbindung an Kassensystem.

Was kostet eine Restaurant-Website?

Die Bandbreite ist groß. Hier konkrete Größenordnungen, mit denen Sie kalkulieren können.

Baukasten (Wix, Jimdo)

  • Monatliche Gebühr 12 bis 30 Euro
  • Setup selbst, ein Wochenende Arbeit
  • Gesamtkosten Jahr 1: 150 bis 360 Euro plus Ihre Zeit
  • Begrenzte Anpassbarkeit, schwierigere Mobile-Performance, Vendor-Lock-in

Freier Webdesigner

  • Einmalige Kosten 1.500 bis 4.000 Euro
  • Laufende Pflege oft 50 bis 150 Euro pro Stunde
  • Qualität schwankt stark, persönliche Verfügbarkeit hängt am Designer

Spezialisierte Agentur (zum Beispiel Fullstack Factory)

  • Basis-Paket 2.000 Euro netto: Website mit Speisekarte und Tischreservierung
  • Komplett-Paket 5.000 Euro netto: Basis plus Online-Bestellsystem mit Abholung, Lieferung und Stripe-Bezahlung
  • Festpreis schriftlich vor Projektstart, keine Stundensätze
  • Drei Wochen Bauzeit, Sie pflegen anschließend selbst im CMS

Was viele unterschätzen sind die laufenden Kosten. Beim Baukasten zahlen Sie jeden Monat. Bei einer maßgeschneiderten Lösung zahlen Sie einmal mehr, dann nur noch Hosting und Domain (zusammen rund 20 Euro pro Monat).

Restaurant-Website-Kosten 2026: Was zahlen Sie wirklich?

Detaillierter Kostenvergleich Baukasten vs. Freelancer vs. Agentur, mit drei Rechenbeispielen.

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Selbst bauen oder bauen lassen

Wenn Sie schon mit Wix oder Jimdo angefangen haben und das gut für Sie funktioniert, müssen Sie nicht zwingend wechseln. Erst wenn Sie an Grenzen stoßen, lohnt sich der Schritt zur maßgeschneiderten Lösung.

Vorteile

  • Volle Kontrolle über Funktionen und Design
  • Schnellere Ladezeit, bessere Mobile-Performance
  • Kein Vendor-Lock-in, Code und Daten gehören Ihnen
  • Eigenes CMS für einfache Pflege
  • Persönlicher Ansprechpartner, kein Helpcenter

Nachteile

  • Höhere Einstiegskosten als Baukasten
  • Auswahl des richtigen Partners erfordert Sorgfalt
  • Bauzeit zwei bis vier Wochen statt einem Wochenende

Unser Rat: Solange Sie unter 50 Reservierungen pro Woche online bekommen und kein eigenes Bestellsystem brauchen, ist ein guter Baukasten ausreichend. Sobald Sie wachsen, lokal stärker sichtbar werden wollen oder von Lieferando wegkommen möchten, lohnt sich die maßgeschneiderte Lösung.


Fazit

Eine Restaurant-Website 2026 ist mehr als ein digitaler Flyer. Sie muss fünf Dinge gut können: Speisekarte selbst pflegbar, Reservierung online entgegennehmen, lokal bei Google sichtbar sein, auf dem Handy funktionieren und bei Bedarf Bestellungen abwickeln.

Wer das einmal richtig baut, hat jahrelang Ruhe. Wer es weiter mit einer PDF-Speisekarte versucht, verschenkt täglich Gäste an die Konkurrenz im Nachbarort.

Sie wollen eine Restaurant-Website ohne Bauchschmerzen?

Wir bauen maßgeschneiderte Restaurant-Websites mit eigenem CMS, Festpreis, in drei Wochen online. Kostenloses Erstgespräch.


Häufige Fragen

Bei einer spezialisierten Agentur liegt die Bauzeit für eine maßgeschneiderte Restaurant-Website zwischen zwei und vier Wochen, je nach Funktionsumfang. Mit einem Baukasten wie Wix oder Jimdo können Sie selbst an einem Wochenende eine Basis-Variante aufsetzen. Wer eine integrierte Bestellabwicklung mit eigener Logistik haben will, sollte mit vier bis sechs Wochen rechnen.

Nicht zwingend. Was zwingend ist: gute Fotos von Ihrem Lokal, dem Team und der Atmosphäre. Foodfotos sind ein Bonus, aber wenn Sie noch keine haben, ist Ihre erste Investition besser ein Foodfotograf aus Ihrer Region als noch mehr Funktionen auf der Website. Schlechte Handy-Fotos schaden mehr als gar keine Fotos.

Das hängt vom CMS ab. Bei Baukasten-Lösungen wie Wix klar ja, aber oft mühsam. Bei klassischen WordPress-Setups oft nein, weil das Backend für Redakteure unübersichtlich ist. Bei modernen Custom-CMS-Lösungen wie Payload klar ja und in zwei Klicks. Fragen Sie vor Beauftragung explizit, wie das Pflegen einer Speisekarte aussehen würde, und lassen Sie es sich live zeigen.

Sehr viel. Eine eigene Website nimmt Reservierungen entgegen, baut Ihre Marke auf, lässt sich in Google-Maps integrieren und hilft beim lokalen Ranking. Lieferando ist ein zusätzlicher Vertriebskanal mit hoher Provision, der den Gast nicht zu Ihrer Marke führt, sondern zu Lieferando. Beides parallel ist sinnvoll, aber die eigene Website ist das langfristige Fundament.

Achten Sie auf drei Dinge: Festpreis statt Stundensätze, Referenzen aus der Gastronomie zum selbst Anschauen, und Sie können das CMS nach Übergabe selbst bedienen. Wenn eine Agentur nur Stundensätze anbietet oder keine eigenen Restaurant-Referenzen zeigt, lieber weitersuchen. Wir aus Fullstack Factory sitzen in Niederbayern und arbeiten remote-first im gesamten DACH-Raum.

Geschrieben von Simon

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